Andere Länder, andere Sitten
Der Kauf einer Immobilie im Ausland ist heute kaum komplizierter als in Deutschland. Allerdings werden Kaufwillige mit fremden Rechtssystemen und anderen Vorschriften und Gesetzen konfrontiert. So gilt zum Beispiel in manchen Ländern schon eine mündliche Absprache als verbindlicher Vertrag.
Allgemeine Tipps für Ihren Immobilienkauf
1. Bewahren Sie kühlen Kopf und lassen Sie sich nicht in Urlaubslaune zu einem Spontankauf verleiten. Auch ein scheinbar einmaliges Angebot muss kritisch begutachtet werden. Stellen Sie Vergleiche mit anderen Objekten vor Ort an. Schnäppchen haben meistens einen Haken.
2. Suchen Sie eine Vertrauensperson vor Ort. Nehmen Sie das Objekt Ihrer Wünsche genau unter die Lupe und holen Sie fachmännischen Rat ein.
3. Prüfen Sie, ob die Region wirklich Ihren Bedürfnissen entspricht. Wie sieht die Infrastruktur aus? Liegt Ihnen die Mentalität der Menschen? Lässt sich hier wirklich all das realisieren, was Sie sich für die Zukunft wünschen? Wichtig für einen potenziellen Altersruhesitz: Wie sieht es mit der medizinischen Versorgung aus?
4. Informieren Sie sich genau über das Objekt Ihres Interesses. Bei Gebrauchtobjekten sollten Sie prüfen: Hat der Vorbesitzer alle Steuern bezahlt? Gibt es spezielle Bauvorschriften oder Nutzungsbeschränkungen? Sind Aus- und Umbauten überhaupt erlaubt? Wie sieht die Bausubstanz aus? Ziehen Sie zur Sicherheit auch einen Sachverständigen zu Rate.
5. Vergessen Sie in Ihrer Kalkulation nicht die Nebenkosten. Für Gutachten, Notarkosten, Erwerbsteuern und Grundbucheintragungen sollten Sie bis zu 20 Prozent des Kaufpreises rechnen.
6. Stellen Sie sicher, dass der Verkäufer auch wirklich der Eigentümer ist. Dazu sind ein Grundbuchauszug, meistens aber auch zusätzliche Nachforschungen durch Makler oder Anwälte nötig.
7. Schalten Sie für den Kaufvertrag einen Notar ein, und zwar auch in Ländern, in denen dies nicht vorgeschrieben ist.
8. Ziehen Sie einen Dolmetscher hinzu und lassen Sie diesen besonders die Vertragsbedingungen Wort für Wort übersetzen.
9. Sind Anzahlungen üblich, in Spanien beispielsweise können das bis zu 40 Prozent der Kaufsumme sein, sollte zuerst ein Vorvertrag abgeschlossen werden. Der Verkäufer muss entsprechende Sicherheiten leisten.
10. Bestehen Sie vor Zahlung der endgültigen Kaufsumme auf einer Eintragung ins Grundbuch, beziehungsweise eines entsprechenden Registers. Nur so verhindern Sie, dass das Objekt anderweitig verkauft oder belastet werden kann.
11. Kalkulieren Sie die Unterhaltskosten genau. Ein Objekt, das wegen Pool und Garten ständig gepflegt werden muss, zieht höhere Folgekosten nach sich. Die Immobilie muss auch in Abwesenheit des Eigners betreut werden. Auch für regionale Steuern, kommunale Gebühren und Wasser muss man mitunter erhebliche Kosten einplanen.